Seminar zur Verbesserung der Silagequalität in Urumqi, Provinz Xinjiang, 20. März 2018

Beurteilung von Silageproben

Während die östlichen Provinzen Chinas große Mengen Luzerne-Haferheu aus Übersee importieren, besteht für Betriebe im Westen Chinas ohne Zugang zu einem Hafen die Notwendigkeit, Futtermittel selbst zu erzeugen. Fläche dafür ist ausreichend vorhanden. Vielerorts ist Wasser der begrenzende Faktor. Die Struktur in der Provinz reicht von großen Staatsbetrieben bis hin zu vielen Kleinbauern, denen häufig Marktzugang fehlt. Aufgrund der unterschiedlichen Struktur und geografischen Gegebenheiten unterscheiden sich auch die Ansprüche an die Futterproduktion in der Provinz Xinjiang sehr.

Seit Beginn des Projektes führt das „Deutsch Chinesische Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China“(CHN 15-01) bereits verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Grundfutterqualität auf den Projektdemobetrieben durch. Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die Weiterbildung zum Thema ein. Erste Ergebnisse auf den Betrieben zeigen sich z.B. mit der Einführung der Luzernesilage in einigen Betrieben und der Erhöhung der Trockenmassegehalte in der Maissilage.

Im März 2018 griff das Kooperationsprojekt zur Weiterentwicklung der Tierzucht nun in Zusammenarbeit mit der lokalen Tierzuchtbehörde (NAHS) in Xinjiang das Thema „Verbesserung der Silagequalität“ im Rahmen eines Seminars in Urumqi auf. Über 100 Betriebsleiter und zuständige Beamte aus der ganzen Provinz (1.6 Mio. km2) folgten der Einladung in die Provinzhauptstadt. Maßgeblich wurde die Veranstaltung von den Unternehmen Claas, KWS und Sano – Moderne Tierernährung mit Fachbeiträgen unterstützt.

Herr Roger Olsen als Vertreter der Firma Claas stellte die von ihm entwickelte Shredlagetechnik im Feldhächsler vor, mit der es möglich ist, Maiskörner aufzuschließen und gleichzeitig die Rohfaser besser zu verwerten. Ein weiterer interessanter Vortrag der Firma KWS thematisierte den Winterroggenanbau zur Ganzpflanzensilage in China. Der Winterroggenanbau bietet die Möglichkeit, durch eine 2. Ernte die Grundfuttersituation in den Betrieben zu verbessern. Versuchsweise soll in diesem Jahr zum ersten Mal in vier Demobetrieben des Projektes Roggen angebaut werden. Das Verfahren ist in China bislang nur im Haferanbau bekannt. Es folgten zwei weitere Vorträge von Sano zur Maissilagebereitung im Praxisbetrieb. Das dazu gehörige praxisorientierte Silagemanagement wurde durch Projektmitarbeiter dargestellt. Einige teilnehmende Betriebe brachten Proben ihrer Maissilagen mit. Gemeinsam mit den Experten, wurde den Teilnehmern die Qualität der Silageproben und deren Einsatzfähigkeit in der Fütterung erläutert. Dabei war es sehr hilfreich, dass unterschiedliche Qualitäten von buttersäurereich ohne Körner bis hin zu Shredlageproben vorlagen. Chinesische Experten referierten außerdem zum Thema Maissortenwahl nach chinesischen Kriterien.

Die Entwicklung der Tierproduktion ist eine wichtige Maßnahme zur Stabilisierung in der Provinz Xinjiang. Weitere Veranstaltungen dieser Art sind notwendig, um das Wissen über die Futterproduktion zu verbessern und die speziellen Ansprüche am Standort Xinjiang noch weiter zu berücksichtigen und zu vertiefen.