Seminare zur Braunviehzucht in der Provinz Xinjiang, 12. & 14. März 2018

Die nord-westliche Provinz Xinjiang verfügt über die größte Braunviehpopulation weltweit. Über 750.000 der lokalen braunen Rinder der Rassen Haasa-Kir und Xinjiang-Niu sollen durch ausländische Genetik verbessert werden. Dabei soll die lokale, sehr heterogene Rasse nicht verdrängt sondern verbessert werden, um den Kleinbauern im Tian Shan Gebirge und den nördlichen Gebieten ein besseres Auskommen und Teilhabe an der sozialen Entwicklung zu ermöglichen.

Dazu wird im Rahmen des „Deutsch-Chinesischen Kooperationsprojektes zur Weiterentwicklung der Tierzucht in China“ seit 2010 in zwei führenden Zuchtbetrieben (Nalati Xin He und Urumqi) der Region gezielt mit deutschem Braunvieh angepaart und die Zuchtarbeit unterstützt. Einen maßgeblichen Beitrag leistet die Rinderbesamungsgenossenschaft Memmingen (RBG Memmingen) als Wirtschaftspartner des Kooperationsprojektes. Sie stellt den chinesischen Betrieben passendes Rindersperma zur Verfügung und unterstützt mit Anpaarungsberatung und Schulungen in der Zuchtarbeit. Im März 2018 konnte sich der Geschäftsführer der RBG Memmingen auf den chinesischen Betrieben selbst ein Bild von den Nachkommen der Bullen aus Memmingen machen. Im Rahmen des Besuches von Herrn Bischoff fanden in der Provinz Xinjiang zwei Seminare zur Braunviehzucht statt.

Der Einladung der lokalen Behörde in Yili folgten am 12. März 2018 90 Betriebsleiter und Beamte nach Xin He Nalati. Wie in den Vorjahren, teilte sich das Seminar zur Braunviehzucht in eine Schulung und eine praktische Unterweisung am Tier. In diesem Jahr stand die Zucht der braunen Rinder im Vordergrund. Herr Bischof hatte Gelegenheit, den Teilnehmern die Vorzüge des Deutschen Braunviehs und die Zuchtarbeit in Deutschland vorzustellen. Im Betrieb konnten sich die Teilnehmer von der hohen Qualität des Deutschen Braunviehs und deren Überlegenheit gegenüber anderer im Betrieb gehaltener Herkünfte überzeugen. Die Betriebsleiter stellten die Anpassungsfähigkeit des Deutschen Braunviehs unter den schwierigen Bedingungen der Weidehaltung im Tian Shan Gebirge heraus.

Am Mittwoch, 14.03.2018, führte das Kooperationsprojekt im Demobetrieb Urumqi eine weitere Schulung durch. An der Schulung nahmen Vertreter der fünf wichtigsten Braunviehzuchtstätten des Landes teil. Ausführlich wurde das Zuchtprogramm des Braunviehs in Deutschland diskutiert. Dabei spiegeln sich die unterschiedlichen Haltungsformen in China in den Ansprüchen an die Kühe wieder. Im Anschluss an die Diskussion wurde die Schulung anhand praktischer Beispiele im Stall weitergeführt. So wurde das funktionelle Exterieur an Kühen erläutert und eine Zuchtzieldefinition gegeben. Dies fällt sehr differenziert aus, da die Kühe von der Mutterkuhhaltung, über Handmelken bis hin zu intensiven Produktionsverfahren mit Melken in großen Melkständen eingesetzt werden.

Da der Zuchtfortschritt nur über die Bullenauswahl in die Betriebe gelangt, muss gezielt ausgewählt und angepaart werden. Hierzu wird es seitens des Projektes auch weiterhin Unterstützung geben.